8 Tipps zur Körpersprache

Wenn wir nicht reden, sprechen wir, beziehungsweise unser Körper, trotzdem. Wenn wir doch reden, dann sprechen wir immer in zwei Sprachen – die der Stimme und die des Körpers. Oder um es in Paul Watzlawick’s Worten zu sagen: Wir können nicht nicht kommunizieren.

Mit der Körpersprache sagen wir viel über unsere Gefühle aus, auch wenn die Körpersprache nicht immer mit dem übereinstimmt, was wir sagen. Das Gemeine an Gestik und Mimik (das ist das was die Körpersprache ausmacht): wir können sie nicht immer beeinflussen, da viele Muskelgruppen vom Unterbewusstsein gesteuert werden. Gerade in der Arbeitswelt zeugt der erste Eindruck und ein selbstsicheres Auftreten von enormer Wichtigkeit um ernst und wahrgenommen zu werden.

Die folgenden Tipps zur Körpersprache werden Dir helfen, ein größeres Bewusstsein für Deinen Körper und dessen Kommunikation zu bekommen und so an Deinem Auftreten und Deiner Körpersprache zu arbeiten und sie so zu verbessern.

1. Die richtige Haltung

Das richtige Auftreten ist für einen positiven ersten Eindruck enorm wichtig, es will jedoch gelernt sein.
Deine Haltung sollte locker sein. Halte aber stets beide Beine fest am Boden, im Stehen aber auch im Sitzen. Um einen seriösen und souveränen Eindruck zu hinterlassen, vermeide es, die Beine zu überkreuzen oder verteile Dein Gewicht gleichmäßig auf beide Beine. Anderenfalls könntest Du verkrampft und eingeschüchtert auf andere wirken. Stehe aber nicht zu breitbeinig, dies wird oft als einschüchternd bewertet. Halte Deinen Oberkörper gerade und schiebe Deine Schultern leicht nach hinten. Damit Dir die gerade Körperhaltung leichter fällt, kannst Du vor einem wichtigen Gespräch oder Vortrag Deine Schultern kurz auflockern, indem Du sie ” ausschüttelst” oder leicht kreisen lässt. Dies löst auch prima leichte Verspannungen und senkt das Lampenfieber.

2. Die Kopfhaltung

Für einen neutralen Ausdruck halte Deinen Kopf stets geradeaus. Blicke nicht nach unten oder weiche den Blicken der anderen aus. Dies zeigt je nach Situation Angst oder totales Desinteresse. Du wirkst völlig hoffnungslos angesichts zu bewältigender Aufgaben. Mit einem leicht erhobenem Kopf bringst Du innere Sicherheit zum Ausdruck und zeigst Deinen Gesprächspartnern Deine Entschlossenheit. Während Du mit einem nach links geneigtem Kopf auf Deine Zweifel an dem Gesagtem anderer hinweist, äußerst Du Deinen Zuspruch wenn Du ihn leicht nach rechts neigst.

3. Der Augenkontakt

Blickkontakt ist für eine direkte Unterhaltung mit einer oder mehreren Personen zwingend erforderlich um eine Verbindung untereinander aufzubauen und die Unterhaltung nicht mittendrin abbrechen zu lassen. Blickst Du eine Person direkt bevor Du etwas sagst tief in die Augen, verleihst du Deinem Gesagten einen Nachdruck und das Gesagte wird nachhaltig bei der angesprochenen Person nachwirken. Wenn Du einen Vortrag hältst und es Dir schwer fällt, ständig den direkten Blickkontakt zwischen mehreren Personen zu wechseln, wende den sogenannten Teleprompter-Trick der Moderatoren an: Schaue auf die Scheitel der Personen. Die angeblickten Personen werden sich trotzdem von Dir angesehen fühlen, da das menschliche Auge den Unterschied ab einer gewissen Entfernung, wie sie bei einem Vortrag üblichist, nicht bemerkt. So erfüllst Du Deine Pflicht der Kontaktfreudigkeit, bist aber nicht unangenehm berührt. Dies könnte Dein Körper leicht durch ein unbewusstes Verändern Deiner Körpersprache verraten und die anderen Personen es so bemerken.

4. Der Gesichtsausdruck

Mit Deinem Gesicht solltest Du stets vermitteln, voll und ganz bei der Sache zu sein und, dass du mit Deiner gesamten Aufmerksamkeit an dem Gespräch beteiligt und interessiert bist. Verleihe Deinen Augen ein aufgewecktes und freundliches Aussehen, welches von einem leichten Lächeln auf den Lippen begleitet wird. Die Stirn zu runzeln oder die Lippen zu schürzen solltest Du vermeiden, da dies Deine Zweifel an dem Gesagten anderer ausdrückt. Zweifel beziehungsweise höfliche Kritik solltest Du lieber stimmlich zum Ausdruck bringen um ihnen die Härte zu nehmen und Deinen Gesprächspartner nicht dadurch zu verletzen.

5. Das Nicken

Deine Zustimmung kannst Du auch ohne eine Unterbrechung des Redners zum Ausdruck bringen, indem Du während des Gespräches gelegentlich an den passenden Stellen mit einem Nicken zeigst, dass Du nicht nur der gleichen Meinung bist, sondern auch gespannt und interessiert dem Monolog Deines Gesprächspartners verfolgst. Das stellt nicht nur Dich in einem guten Licht dar, sondern gibt Deinem Gegenüber auch genügend Motivation, die Unterhaltung weiterzuführen und er wird sich zukünftig gerne öfter mit Dir unterhalten wollen, da er Dich als einen aufmerksamen Zuhörer ansieht.

6. Die Handbewegungen

Mit den richtigen Handbewegungen kannst Du Gesagtes untermauern und bekräftigen. Um Deine Offenheit zu zeigen, winkel Deine Arme leicht an und halte bei Bewegungen stets die Handinnenflächen nach oben. Du kannst aber auch Deine Arme einfach seitlich nach unten hängen lassen, wenn Du dir unsicher bist, um abwertende oder verschlossene Gesten gar nicht erst zuzulassen, auch wenn diese Haltung Dir zuerst unangenehm oder ungewohnt erscheint. Verstecke Deine Arme niemals hinter Deinem Rücken, denn es wirkt entweder angreifbar und wehrlos oder aber auch geheimniskrämerisch auf Deine Zuhörer. Bei Vorträgen kann es so leicht verstehen, dass Dir kaum jemand zuhört, da du selbst nicht an Dich und an das was Du sagst zu glauben scheinst.

Vor der Brust verschränkt haben Deine Arme auch nichts zu suchen, es sei denn Du möchtest verschlossen und zurückweisend wirken, was nicht gerade förderlich ist in der Arbeitswelt oder auch bei sonstigen Unterhaltungen. Du signalisierst nur sehr geringe Bereitschaft zur Kommunikation oder zeigst, dass Du nicht mit dem Gesagten einverstanden bist und ein Kompromiss mit Dir momentan nicht geschlossen werden kann.

Die Hände in die Hosentaschen zu stecken solltest du lieber den Kindern in deren Schulklasse überlassen um cool und beliebt zu wirken. Du dagegen möchtest Souveränität und Ernsthaftigkeit ausstrahlen und das ist mit dieser Geste nicht möglich.
Halte Deine Handflächen stets offen, um zur Kommunikation einzuladen und diese ebenso auch zu erleichtern.

7. Hände schütteln

Wenn Du jemandem zu Beginn des Gesprächs mit einem Händedruck begrüßt, wirst Du ihm eher in Erinnerung bleiben, als wenn du ihm nicht die Hand schüttelst. Halte hierfür immer Deine rechte Hand seitlich hin und halte den Blickkontakt. Vermeide es, die Innenseite der Hand nach oben (strahlt Unterwürfigkeit aus) oder nach unten ( wirkt überheblich) zu richten. Übrigens: ein fester, aber nicht quetschender Händedruck, wirkt positiver auf Dein Gegenüber als ein sanftes Berühren oder Streichen der anderen Hand. Hier wird sich Dein Gegenüber fragen, was Du wohl zu verbergen hast.

8. Sonstiger Körperkontakt

Gehe sparsam mit weiterem Körperkontakt um. Manche Menschen mögen es, bei anderen Meschen könntest Du eventuell auch schon mit kurzen Berührungen Grenzen überschreiten. Gerade bei Gesprächspartnern des anderen Geschlechts solltest Du genau auf die Signale und das Verhalten der Person achten, um den guten Eindruck den Du bisher gemacht hast, nicht zu ruinieren. Überlege ob Deine Geste wirklich angebracht ist, im Zweifel lass es lieber sein, sonst ist das Gespräch schneller beendet als Dir lieb ist und eine erneute Kommunikation wird eher schwierig herbeizuführen sein.

Du siehst, Du kannst viel tun um Deinen ersten Eindruck und Deine Körpersprache zu beeinflussen. (Diese Tipps helfen auch bei Meetings!) Nun heißt es für Dich: üben, üben, üben. Stelle Dich hierfür am besten vor einen Spiegel und schau selbst wie Du rüberkommst. Übe zuerst vor dem Spiegel für Dich allein, bis Du ein gutes Gefühl dafür bekommen hast, wie Du Deinen Körper bei Gesprächen für Dich einsetzen kannst.. Auch beim Telefonieren mit Freunden kannst Du viele dieser Tipps von anderen unbemerkt umsetzen und verinnerlichen. Durch das Üben verbesserst Du Dein Bewusstsein für deinen Körper und dessen Sprache, so dass Du bald gar nicht mehr darüber nachdenken müssen wirst. Schon bald wirst Du merken, dass auch Dein Selbstbewusstsein an den Übungen wächst und Du selbstsicherer wirst. Wenn Du zum Beispiel bewusst mehr lächelst und auf ein aufrechtes Sitzen achtest, wirst Du Dich sofort energiegeladener und glücklicher fühlen. Denn unser Körper spricht nicht nur mit anderen, sondern auch mit uns.

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