5 Tipps für die Gehaltsverhandlung

Ob beim Vorstellungsgespräch oder nach langjähriger Mitarbeit in einem Unternehmen – irgendwann wirst auch Du Dich mit dem Thema “Gehaltsverhandlung” beschäftigen müssen.

Wobei hier die erste Gehaltsverhandlung als die wichtigste angesehen wird, da sich folgende Gehälter an dem jeweils bestehendem Gehalt bemessen. Egal ob Du einer von vielen Menschen bist, die eine Gehaltsverhandlung sehnlichst erwarten oder ob Du Dich vor eben dieser und dem damit verbundenen direktem Gespräch mit dem Chef fürchtest, mit diesen Tipps und Tricks wirst Du gut vorbereit in die Gehaltsverhandlung gehen und Deinen Chef von Deinen Vorstellungen überzeugen können und das größtmögliche Gehalt erzielen können.

Zuallererst sollest Du Dir die Grundlagen für eine gute Position während der Gehaltsverhandlung schaffen. Beginne mit einer realistischen Selbsteinschätzung deiner Leistungen für das Unternehmen. Bereite Dir hierfür Argumente vor, bestenfalls kannst Du Anhand durchgeführten Projekten oder ähnlichem nachweisen, wie viel Erfolg gerade Du für die Firma bringst. Vergleiche im Gespräch mit Deinen Vorgesetzten niemals Deine Leistungen mit denen Deiner Kollegen. Dieses Verhalten zeugt von Egoismus und stellt zur Schau, dass Du nur an Deinen eigenen Vorteilen interessiert bist, nicht aber an denen des gesamtem Teams oder der Firma an sich.
Hole Dir dann noch Informationen ein zur Größe des Unternehmens. Denn ab 500 oder mehr Mitarbeitern kannst du bis 50% mehr verdienen als durchschnittlich in der Branche üblich.
Eine hohe Bildung garantiert Dir ebenfalls mehr Geld, als wenn Du nur einen geringeren Bildungsabschluss besitzt. Aber auch ein geringer Bildungsabschluss ist kein Grund zum Verzweifeln. Denn auch die Arbeitserfahrung zählt hier mit rein.

Hier mal ein Video, gefolgt von fünf weiteren Tipps:

Dies sollte als grobe Vorbereitung genügen. Jetzt kommen noch fünf Tipps zum Verhalten während der Gehaltsverhandlung, um Deinen Chef auch wirklich von Deinen Vorstellungen überzeugen zu können.

1. Fordern statt bitten

Ein sehr wichtiger Punkt während der Gehaltsverhandlung ist Dein selbstbewusstes und selbstsicheres Auftreten vor dem Chef. Sätze wie: “Wenn es Ihnen finanziell möglich wäre,…” oder “Das ist mir etwas unangenehm, aber ich hätte gerne mehr Geld.” solltest Du unbedingt vermeiden. Verwende auf keinen Fall den Konjunktiv wie in den genannten Beispielsätzen, denn Du bittest Deinen Chef nicht um einen Gefallen, sondern Du forderst eine Anpassung des Gehaltes als Gegenwert Deiner Arbeitsleistung. Sei also möglichst selbstbewusst aber nicht arrogant.

2. Nenne als erstes einen Preis

Komme Deinem Chef am besten zuvor und nenne als Erster einen Preis für das neue Gehalt. Dieser sogenannte Anker-Effekt wirkt sich nachweislich häufig auf Preisverhandlungen jeder Art auf den Preis auf. Wie auch beim Gebrauchtwagenkauf einigt man sich oft in der Nähe des Eröffnungsgebotes, da das Gehirn sich durch den genannten Preis keine Zahl aus der Luft greifen muss um mit dieser arbeiten zu können. Dein Chef hat sich natürlich auch seine Gedanken gemacht und weiß genau, wie viel er Dir zahlen kann und möchte. Nennst Du nun zuerst einen Preis, wird sich diese Zahl in seinem Kopf festsetzen und auch mit dieser arbeiten.

3. Nenne eine krumme Zahl

Überlege Dir während der Vorbereitungen auf die Gehaltsverhandlung eine möglichst krumme Zahl. Dies hat zweierlei Vorteile für Dich: Erst einmal wirkst Du mit einer krummen Gehaltsforderung erheblich überzeugender und besser vorbereitet auf das Gespräch und signalisierst, dass Du genau weißt, wie viel Deine Arbeitsleistung wert ist. Zum anderen verringerst Du den Verhandlungsspielraum Deines Arbeitgebers zu Deinen Gunsten, da dieser nun in kleineren Schritten versuchen wird Deinen Preis zu drücken. Insbesondere bei Verhandlungen um das Jahresgehalt ist diese Verhandlungsmethode Gold wert. Nennst Du hier beispielsweise einen Gehaltswunsch von 47.850 Euro anstelle von 45.000 Euro wird Dein Chef den Preis voraussichtlich um Hunderter- Schritte und nicht um Tausender-Schritte nach unten drücken, sodass wesentlich mehr übrig bleibt. Um den Anker-Effekt noch zu verstärken, solltest Du niemals das erste (Gegen-) Gebot annehmen. Dieses Gebot sichert Dir einen gewissen Verhandlungsspielraum zu, den Du nutzen solltest um das maximale Gehalt zu erzielen. Für einen noch größeren Spielraum nach oben, wäre es sinnvoll, die genannte Zahl geschockt zu wiederholen und dann lange zu schweigen und auf eine erneute Reaktion zu warten.

4. Schweigen

Wie zu Ende vom dritten Tipp bereits erwähnt, gilt in der Gehaltsverhandlung: Reden ist Silber, Schweigen ist Gold.
Rhetorische Pausen während der Gehaltsverhandlung, kannst Du für Dich taktisch nutzen, indem Du lieber schweigst als Dich um Kopf und Kragen zu reden. Niemand kann ein langes Schweigen während eines Gespräches lange ertragen, auch Dein Chef nicht. Wenn Du häufig schweigst, natürlich nur an angebrachten Stellen und nicht direkt nach einer Fragestellung, kann sich auch das förderlich für Dich auswirken, denn Du strahlst hiermit jede Menge Willensstärke und Entschlossenheit aus.

5. Flexibel bleiben

Solltest Du bei Deinem Chef an einen wahren Sturkopf geraten sein, gib nicht auf! Für den Fall, dass Dein Arbeitgeber damit argumentiert, dass die finanzielle Lage des Unternehmens zur Zeit nicht die beste sei, bleib trotzdem auf Deinen Forderungen bestehen. Denn es gibt sicherlich nicht nur geldwerte Möglichkeiten für den Gegenwert Deiner Arbeitsleistung. Biete ihm an, dir statt mehr Gehalt, sachliche Werte zu geben, wie beispielsweise einen Dienstwagen oder Mitarbeiterrabatte. Auch Optionen wie flexiblere Arbeitszeiten, Home Office oder Sonderurlaub kannst Du hier ins Gespräch bringen. Die meisten Chefs, sollten sie Wert darauf legen nicht als vollkommen unmoralisch zu gelten, lassen sich in der Regel auch dann auf solche alternativen Vergünstigungen ein.

Mit dieser Vorbereitung und diesen Tipps ist ein guter Grundstein für Deine nächste Gehaltsverhandlung gelegt. Verinnerliche sie Dir und Du kannst sie mit einen guten Gefühl auf Dich zukommen lassen.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *